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ERINNERUNG ALLEIN REICHT NICHT

vor 4 Tagen
2 Min. Lesezeit

Bevor Sie weiterlesen, möchte ich kurz etwas vorweg sagen: Ich bin Unternehmer, 54 Jahre alt, und komme aus der Industrie. Über viele Jahre war ich mit Logiken konfrontiert, die nicht funktionieren –mit denselben Logiken, die Märkte und Regierungen durchziehen und die längst aufgehört haben, die Menschenwürde zu sichern. ¿Sind wir bereit, diese Praktiken zu hinterfragen? In diesem Blog teile ich meine Gedanken dazu.


MEIN LIEBES DEUTSCHLAND, ¿WAS IST MIT DIR PASSIERT?
MEIN LIEBES DEUTSCHLAND, ¿WAS IST MIT DIR PASSIERT?

Der Erfolg der AfD in Deutschland sollte uns nicht nur fragen lassen, warum so viele Menschen diese Partei wählen. Vielleicht sollten wir eine unbequemere Frage stellen: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?


Wer übernimmt Verantwortung dafür?

Es ist einfach, auf die Wählerinnen und Wähler zu zeigen. Schwieriger ist es, darüber zu sprechen, welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen über Jahre hinweg dazu beigetragen haben, dass sich Menschen nicht mehr gehört, nicht mehr vertreten oder nicht mehr als Teil eines gemeinsamen Projekts fühlen.


Politik und Wirtschaft sind daran nicht unschuldig. Wenn wirtschaftlicher Erfolg vor allem an Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz gemessen wird, während Unsicherheit, Ungleichheit, Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe zweitrangig werden, entstehen Räume, in denen einfache Antworten wieder attraktiv werden. Wenn Politik diese Entwicklungen verwaltet, ohne ihre Ursachen ausreichend zu hinterfragen, darf sie sich über deren Folgen nicht wundern.


Deutschland spricht viel über seine Vergangenheit. Und das ist wichtig. Wir kennen den Satz: Ein Volk, das seine Geschichte vergisst, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.


Aber vielleicht liegt genau hier ein Missverständnis.


Erinnerung allein schützt uns nicht vor Wiederholung.

Man kann sich erinnern, Gedenkstätten besuchen, Geschichte unterrichten und jedes Jahr sagen: „Nie wieder“ – und trotzdem jene gesellschaftlichen Bedingungen reproduzieren, aus denen Ausgrenzung, Ressentiment und autoritäre Sehnsucht entstehen können.

Erinnerung bekommt erst dann politische Bedeutung, wenn aus ihr Verantwortung entsteht.


Verantwortung bedeutet nicht nur, sich zu fragen, was damals geschehen ist. Sie bedeutet auch, sich zu fragen, welchen eigenen Anteil wir heute an den Verhältnissen haben, die wir morgen beklagen könnten.

Vielleicht besteht die eigentliche Herausforderung deshalb nicht darin, die Vergangenheit besser zu erinnern. Sondern darin, Verantwortung für die Gegenwart zu übernehmen.



Christian Eulerich

P.S.: Das ist nur meine Sicht. Es gibt Themen, die – sobald man sie anspricht – unsere Ideologien und tiefsten Überzeugungen berühren. Vielleicht liegt genau darin die Schwierigkeit, das Unbequeme der Ökonomie im eigenen sozioökonomischen Umfeld zur Sprache zu bringen. Menschen zu finden, die bereit sind, sich darauf einzulassen, ist nicht einfach. Hier ein 🔗 Link, um sich zu registrieren und über kommende Beiträge informiert zu werden. Ich schätze es sehr, dass Sie gelesen haben.




 
 
 

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Ancla 1

Christian Eulerich

+595 21 279 0101

Asunción, Paraguay - 2026

Dieser Blog entsteht aus der Schwierigkeit, über Humane Entwicklung aus unterschiedlichen Fragen und Agenden heraus zu sprechen. Heute frage ich mich: ¿gibt es andere Formen von Fortschritt?

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